Computerspieler unter Generalverdacht
Dank heutigen Medien werden Computerspieler pauschal unter Generalverdacht gestellt. Und sei es nur, wie hier, durch die eigene Mutter:
Meine Mutter zitierte mich grad ins Wohnzimmer und sagte mir ich soll mir ansehen was aus mir wird wenn ich weiter Computerspiele spiele.
(Quelle: counter-strike.de)
Das Problem zieht sich durch die ganze Gesellschaft:
“In Zeiten von Armut und Arbeitslosigkeit boomt, vielleicht nicht zufällig, besonders eine Branche: die, der Computerspiele.” (ZDF, Aspekte, 20.10.06)
Meine Meinung über Berichterstattung dieser Art deckt sich so ziemlich mit diesem Artikel, weshalb ich darauf nicht weiter eigehen werde. Sie sollte aber aus dem allgemeinen Tenors dieses Eintrags und des Leserbriefes weiter unten hervorgehen.
Eigentlich wollte ich zu der ganzen Thematik nichts weiter schreiben. Allerdings ist mir eine Formulierung in einem Artikel bei welt.de sehr negativ aufgefallen, weshalb ich einen Leserbrief an die Redaktion schrieb:
Sehr geehrte Damen und Herren,
bisher habe ich “Die Welt” und das dazugehörige Internetportal welt.de für ein kompetenes Nachrichtenmagazin gehalten. Leider wurde ich heute eines Besseren belehrt.
Das Spiel “Counter-Strike”, wie es richtig heißt, als “gewaltverherrlichend” zu charakterisieren, ist Bildzeitungsniveau und somit wohl nicht zu unterbieten. Bei “Counter-Strike” stehen der sportliche Aspekt und die Teamfähigkeit im Vordergrund. Runden können auch gewonnen werden, ohne dass ein einziger Schuss gefällt, geschweiden denn jemand getötet wird.
Auch wenn Sie das in Ihrem Artikel das nicht selbst behaupten, wäre es schön, wenn sie nicht nur die eine, sondern auch die von mir beschriebene Seite in dem Artikel erwähnen würden. So ist es nämlich für die meisten Leute überhaupt nicht ersichtlich, worum es bei “Counter-Strike” wirklich geht. Als Planungstool für einen Amoklauf in einer Schule, selbst wenn diese als Kartenmaterial, in “Counter-Strike” Map genannt, vorliegt, halte ich für abwegig und untragbar.
Ich würde mich freuen, wenn Sie diesen Aspekt in Ihren Bericht einfließen lassen, um eine objektive Berichterstattung zu gewährleisten.
Grüße vom Neckar,
-Stefan Heinz
Den Abschiedsbrief des Attentäters kann man hier nachlesen. Ich gehe davon aus, dass es der Richtige ist.