Wer dachte, dass die Idee, Überraschungseier zu verbieten, schon der größte Schwachsinn gewesen sei, den unsere Politiker im diesjährigen Sommerloch hervorgebracht haben, der hat den neusten Geniestreich noch nicht mitbekommen:
Es klingt wie ein verspäteter Aprilscherz: Zwei Politiker fordern, das Ortskürzel auf den Kfz-Kennzeichen abzuschaffen. [...] Die Nummernschilder böten schließlich häufig Anlass zur “Diskriminierung”. [...]
Ein paar Beispiele für diskriminierende Ortskennungen hat die “Bild”-Zeitung zusammengestellt: “Wilder Landwirt” für WL (Winsen/Luhe), “Ohne Hirn und Verstand” für OHV (Landkreis Oberhavel), “Vollidiot in Eile” für VIE (Viersen) und “Fahrer fährt besch…” für FFB (Fürstenfeldbruck). [...]
Die “Bild”-Zeitung hatte Trapp [CDU] mit den Worten zitiert, es komme vor, “dass Autofahrer aus bestimmten Regionen aufgrund ihres Kennzeichens mit Vorurteilen belegt sind und Probleme im Straßenverkehr haben”. (n-tv)
Man sieht, in der Politik werden nur handfeste und gute Ideen diskutiert, die unser Land wirklich nach vorne bringen. Da wird auch dem kleinen Mann mit einem unvorteilhaften Nummernschild geholfen, damit ihn keiner mehr auf übelste Weise verspotten kann. Weiter so!
Verkehrsminister Tiefensee hat der glorreichen Idee unverständlicherweise schon eine Absage erteilt. Als Entschädigung haben die beiden Politiker, die den Vorschlag einbringen wollen, beide kostenlos ein neues Kennzeichen erhalten: OHV.