Also heute ist ja was los. Der Tag war eigentlich schon so gut wie vorbei: Vorlesung vorbei, zu Abend gegessen. Aber was mich dann an E-Mails erwartete, war echt der Knaller:
Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, sehr geehrte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sehr geehrte Studierende,
auf unserem Campus in Heilbronn sind mit ca. 4500 so viele Studenten eingeschrieben wie nie zuvor. Entsprechend eng geht es in unserer Mensa zu. Beschwerden häufen sich, dass Studierende zwar ihr Essen an der Ausgabe erhalten, dann aber keinen Platz finden die Mahlzeit einzunehmen. Das Rektorat sucht mit Hochdruck nach Möglichkeiten diese unzumutbaren Zustände zu lindern.
Oh, das kommt ja sehr überraschend. War nicht erst im letzten Semester die Schlange der Mensa um 13:00h immer derart lang, dass es fast unmöglich war, noch was zu essen zu bekommen. Auch war das Platz in der Mensa schon immer, sagen wir mal, begrenzt. Im Sommer war das nie ein Problem, da konnte man sich raus setzen.
Im Winter hingegen schon. Und jetzt, wo man so aufgrund neuer Studiengänge so viele Studenten wie nie zuvor zugelassen hat, wird es natürlich nicht besser. Das ist auch dem Rektorat aufgefallen, nach sechs Wochen. Klar, das war nicht abzusehen. Wie kann man auch davon ausgehen, dass die Mensa für die Massen an neuen Studenten nicht ausreichen würde. Aber so war das ja schon immer an der HHN: Erst mal wird gemacht, und später drüber nachgedacht. Und nachgedacht, das hat man. Aber was dabei rausgekommen ist, grenzt eher an einen schlechten Scherz.
Bis auf Widerruf ergeht daher die dringende Bitte, Veranstaltungen für die Semester 1-3 im 3 Block in 2 Teile zu splitten, damit die Studierenden in der entstehenden Pause zum Essen gehen können.
Unglaublich. Da werden sich nicht nur die Professoren über diese äußerst gelungene Lösung freuen, da bin ich mir sicher.
Die allergrößte Frechheit ist allerdings diese:
Das Studentenwerk hat zugesichert, wenn uns die gleichmäßigere Verteilung des Ansturms auf den Zeitraum zwischen 12:00 Uhr und 14: Uhr nachhaltig gelingt, die Umstellung von den Essenstabletts auf Teller evtl. schon nach Weihnachten 2009, sicher aber zum kommenden Sommersemester 2010 erfolgen kann.
Das ist ja sehr großzügig. Müssen wir sonst weiter wie im Knast von Tabletts essen? Na ja, ist wenigstens dem Geschmack entsprechend.
Aber das war noch nicht der Knaller in meinem Posteingang:
Unsere Hochschule möchte ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten und zum Ökostrom-Versorger wechseln.
Leider wird ihr durch den Landtag und die EnBW ein Strich durch die Rechnung gemacht: eine lange Vertragslaufzeit mit EnBW in nahezu allen öffentlichen Einrichtungen Baden-Württembergs.
Mit einer kleinen Umfrage (Dauer: max. 5 Minuten!) auf ILIAS, die das Nachhaltigkeitsreferat der Hochschule zur Verfügung stellt, möchten wir ein Zeichen des Protests setzen.
Ahja. Es ist ja nicht so, als hätten wir sonst keine wichtigeren Probleme (s.o.). Umweltschutz schön und gut und so, aber bitte nicht so plump.
Die “kleine Umfrage” ist nämlich keine, sondern pure Meinungsmache. Die als Fragen versteckten Statements nach dem Schema “Wussten Sie schon…” und die vorhandenen Antwortmöglichkeiten “Ja”, “Nicht genau”, “Nein” sollen den Anschein vermitteln, als könnte man über irgendwas abstimmen. Tatsächlich jedoch haben diese Fragen keinerlei Relevanz zur eigentlichen Fragestellung der Umfrage, die nur in der letzten Frage zum Ausdruck kommt: “Möchten Sie, dass auch Ihre Hochschule zum Ökostrom-Anbieter wechselt?” Antwort: “Nein”. Alle Fragen gibt’s unter unter “more”.
Billiger geht es echt nicht. Leider war nirgendwo eine Kontakt-E-Mail-Adresse angegeben, sonst hätte ich mich direkt an die verantwortlichen Personen gewandt.
Der Höhepunkte war ist allerdings die Nachricht “Ex-Bahnchef Mehdorn will das Bundesverdienstkreuz“, weil die DB “mit Abstand die pünktlichste, sauberste, schnellste Bahn mit dem besten Angebot der Welt” ist. Ich fall tot um.
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